The First Colonist

Am kommenden Wochenende findet in Oberhausen ein Treffen der größten deutschsprachigen facebook-Whisky-Gruppe statt. Ein Teil der Gäste übernachtet im kürzlich eröffneten Hotel Schmachtendorf, in dem am Vorabend des Treffens ein Late Night-Tasting durchgeführt wird. Anlässlich des Treffens bringt das Hotel Schmachtendorf eine eigene Whisky-Abfüllung heraus, von der ich vorab einen Dram verkosten durfte.

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WAS

Name: The First Colonist
Kategorie: Single Malt
Destillerie: Inchgower
Region: Speyside
Abfüller: Hotel Schmachtendorf Oberhausen
Destilliert: 1981
Abgefüllt: 2016
Alter: 35yo
Fasstyp: ex-Bourbon, Finish: ex-Sherry
Fassnummer: keine Angabe
Alkoholgehalt: 46,9 %
Flasche: keine Angabe
Inhalt: 0,35 l
Aktueller Straßenpreis: noch offen

DESTILLERIE

Inchgower liegt bei Buckie, Banffshire in der schottischen Speyside. 1871 gegründet, wurde sie 1903 aufgegeben, im Jahr 1930 allerdings von der Stadt Buckie wieder eröffnet. Heute gehört sie zu Diageo. Von den jährlich produzierten rund 2 Mio. Litern wird der allergrößte Teil für verschiedene Blends verwendet, darunter Bell’s, White Horse und Johnnie Walker. Lediglich rund ein Prozent der Produktion kommt als Single Malt Whisky auf den Markt.

ABFÜLLER

Hoteldirektor Marcel Habendorf hatte die Idee, seinen Gästen, die das Treffen der Whiskyfreunde besuchen, ein ganz besonderes Schmankerl zu bieten. So wurden aus einem Fass des deutschen Unabhängigen Abfüllers Best Dram 20 Liter in ein Fass des Hotels Schmachtendorf gefüllt, in dem vorher Sherry lagerte. Nach einem mehrmonatigen Finish in diesem Fass wurde die Abfüllung nun gebottlet.

FARBE

Satt bernsteinfarben schimmert der Dram im Glas.

NASE

Gerade ins Glas gegossen wirkt er in der Nase im ersten Moment weich und rund. Dann machen sich fruchtige Noten bemerkbar, grüne Weintrauben, die nach einigen Minuten im Glas eher an Rosinen erinnern. Ein Hauch Roséwein gesellt sich dazu und wird umschmeichelt von einer einem Bourbon nicht unähnlichen Süße. Ein Geruch, den ich eigentlich gar nicht recht mag, der hier aber ins Gesamtbild passt und mir gefällt. Insgesamt sehr schmeichelnd und lockend in der Nase. Zeit also, ihn nun zu probieren.

MUND

Oha! Das überrascht jetzt doch ein wenig. Was sich da entfaltet, kaum dass der erste Nipp die Zunge berührt, ist eine regelrechte kleine Explosion. Auch hier ist er weich und rund, wirkt ausgewogen, kommt aber im nächsten Augenblick mit einer Komplexität daher, die das Alter verrät. 35 Jahre sind schon eine Hausnummer. Zeit genug um eine Fülle an Aromen auszuprägen, die die Geschmacksknospen beeindrucken. Sherrynoten aus dem Finish wechseln sich mit würzigen Eichennoten ab. Rosinen sind sehr deutlich, Creme Brulée, dunkler Rohrzucker. Mango ist dabei, ebenso wie rote Früchte. Dazu leichte, fast blumige Eindrücke. Damit kann man sich eine ganze Zeit lang beschäftigen – was ich auch genussvoll mache und mich auch an der Wärme erfreue, die er verbreitet. Definitiv schade, dass ich nur ein Sample habe. Noch.

HALS

Mittellang hält er die Erinnerung an den Nipp, macht mit dunklem Karamell und würzigen Tönen Appetit auf den nächsten.

FAZIT

Angesichts der rund 50 Flaschen zu 0,35l, die das Bottling erbracht hat, werde ich mich sputen müssen, eine zu bekommen. Auch wenn ich noch nicht weiß, was er kostet, da der Preis noch nicht feststeht. Denn dieser Dram hat mich angefixt. Ein wunderbarer runder, ausdrucksstarker Whisky, der nicht mit holzigen oder würzigen Noten erschlägt sondern mit einem Potpourri an Aromen lange erfreut.

Danke an das Hotel Schmachtendorf für das Sample.

LINKS

Whiskybase: noch kein Eintrag

Destillerie: Keine Website

Abfüller: http://www.hotel-schmachtendorf.de/

 

Tasting-Notes #0014

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