Ben Nevis 1996 BD

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WAS

Name: Ben Nevis
Kategorie: Single Malt
Destillerie: Ben Nevis
Region: Highlands
Abfüller: Best Dram
Alter: 20 Jahre
Fasstyp: Sherry Butt
Fassnummer: keine Angabe
Alkoholgehalt:  52,8 %
Flasche: 250 
Inhalt: 0,7 l
Aktueller Straßenpreis (ab Januar 2017): voraussichtlich 99,00 EUR

DESTILLERIE

Ben Nevis, Namensgeber der Destillerie, ist mit 1.345 m der höchste Berg Schottlands, der „Berg mit dem Kopf in den Wolken“, wie sich der Name übersetzen lässt. Wie zutreffend das ist, kann man anhand einer Webcam regelmäßig sehen (Link siehe unten). Ungefähr sechs Kilometer nordwestlich vom Gipfel liegt die gleichnamige Destillerie in der Nähe von Fort William und gehört damit zu den schottischen Highlands. 1825 durch „Long“ John MacDonald gegründet erlebte sie wie viele andere Destillerien mehrere Besitzerwechsel. Auch Stilllegungen gehören zur Geschichte der Brennerei. Nach der Übernahme durch den japanischen Nikka-Konzern im Jahr 1989 wird seit 1990 auch endlich wieder produziert. Mit einem Produktionsvolumen von rund 2 Mio Litern pro Jahr zählt die Destillerie noch zum unteren Mittelfeld in Schottland.

ABFÜLLER

„Best Dram“ – ein Name der auf den ersten Blick mutig klingt. Schließlich versuchen alle, den besten Whisky abzufüllen. Hintergrund des Namens ist aber, wie Michel Reick, einer der beiden Inhaber erläutert, dass keine Whiskys abgefüllt werden, die ihn und seinen Geschäftspartner Mike Müller nicht 100%ig überzeugen. „Wir füllen halt nicht so la-la ab und auch nicht irgendwas halbgares, sondern nur das, was wir für das Beste halten.“ Ich durfte schon einige Whiskys dieses im westfälischen Nottuln beheimateten unabhängigen Abfüllers probieren und bin der Meinung: Die beiden haben mit ihrer Namensgebung Recht. Aber genug der Vorrede, es ist an der Zeit, sich diesem neuen Kandidaten zu widmen.

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FARBE

Richtig satt honiggelb sieht der Dram aus. Eine Farbe, die mich begeistert.

NASE

Als erstes nehme ich eine leicht würzige, kräuterhaltige Note wahr, wie ich sie schon bei manchem Highland-Whisky fand. Hier wird sie allerdings begleitet von einem Grasgeruch, der dem Dram eine sehr angenehme Frische verleiht. Doch sofort drängt eine tolle Süße in den Vordergrund, die ich noch nicht ganz genau einordnen kann. Süßer Popcorn ist der erste Gedanke. Da ich mir aber nicht ganz sicher bin, lasse ich den Dram erst einmal stehen und beginne mit der Recherche der Hintergrundinformationen. Ungefähr 20 Minuten später hat sich die Frische verflüchtigt. Der Dram wirkt nun voller, schwerer. Die Süße ist noch um einiges deutlicher geworden und lässt sich für mich auch besser zuordnen. Ein Honig ist es, der meine Nase kitzelt, ein schöner leicht würziger Kräuterhonig. Getragen werden die Aromen von eine Mischung aus trockenem Keks und Haferflocken. Für mich eine schöne Ergänzung zur Süße. Und im Mund?

MUND

Schmeichelnd süß legt sich der erste Nipp auf die Zunge, weich in der Textur aber geschmacklich doch mit leichten Kanten. Süß ist er, sehr süß, geradezu vollmundig süß. Daneben sind die Kräuter zu schmecken. Vor meinem Auge baut sich ein Bild aus Rosinen und Heidekraut eingelegt in Honig auf. Ja, so lässt sich der Geschmack in etwa beschreiben. Ein paar Birnen obendrauf, reife weiche Birnen. Hinten raus wird die Kräuternote etwas deutlicher und stellt sich mir als ein Hauch von Thymian dar. Passt sehr gut zum Honig! Noch ein wenig Holz dazu aus den 20 Jahren im Fass und fertig ist der heutige Best Dram. Okay, so heißt er. Aber auch er trägt dieses Etikett zu Recht. Eine schöne, ausgewogene Mischung verschiedener Aromen, sehr gut ausbalanciert, dazu mit einem cremigen Mundgefühl – mir gefällt er.

HALS

Diese Kombination aus Süße und Würze bleibt lange erhalten. Im Hals und auch tiefer verrät der Dram in jedem Augenblick, wo er gerade ist und wärmt dabei sehr angenehm.

FAZIT

20 Jahre – so alt werden angesichts der gestiegenen Nachfrage nicht mehr viele Whiskys. Hier hat sich das Warten auf jeden Fall gelohnt. Die Spuren des Fasses sind noch nicht zu stark ausgeprägt, gerade so, dass sie einen Kontrapunkt zur bemerkenswerten Süße setzen. Der Respekt vor seinem Alter gebietet es, ihm die nötige Zeit im Glas und im Mund zu geben. Er dankt es mit einer tollen Aromenvielfalt. Mir bleiben zwei Dinge zu sagen: Well done, Michel und Mike! Und: Vielen Dank für das Sample. Wer sich selbst einen Eindruck machen möchte, muss sich allerdings noch ein wenig in Geduld üben. Die Flaschen werden erst im Januar 2017 abgefüllt und anschließend auf dem deutschen Markt erhältlich sein.

Vielen Dank an Michel Reick für das Sample.

LINKS

Whiskybase: noch kein Eintrag vorhanden
Destillerie: http://www.bennevisdistillery.com/
Abfüller: http://best-dram.de/
Webcam Ben Nevis: http://bit.ly/webcam_ben_nevis

Tasting-Notes #0020

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